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Stolpersteine in Potsdam jetzt digital: Neue App erzählt die Geschichten der NS-Opfer

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Die Stolpersteine in Potsdam und ganz Brandenburg können ab sofort auch digital entdeckt werden. Eine neue App macht die Erinnerungsorte auf dem Smartphone zugänglich und informiert über die Schicksale der Menschen, die während der NS-Zeit verfolgt und ermordet wurden. Vorgestellt wurde die Anwendung am Donnerstag, dem 5. November, in Potsdam-Babelsberg.

Rund 1.500 Stolpersteine digital erfasst

In der neuen App „Stolpersteine Digital“ sind bereits rund 1.500 Stolpersteine aus Brandenburg verzeichnet. Allein 79 davon befinden sich in Potsdam.

Die kleinen Gedenktafeln im Straßenpflaster erinnern an Menschen, die während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgt, deportiert oder ermordet wurden.

Mithilfe der App können Nutzerinnen und Nutzer die Stolpersteine mit ihrem Smartphone scannen und mehr über die Menschen erfahren, an die sie erinnern.

Biografien und virtuelle Kerzen

Neben Informationen zu den Erinnerungsorten bietet die App auch die Möglichkeit, eine virtuelle Kerze anzuzünden und damit ein digitales Zeichen des Gedenkens zu setzen.

Allerdings befindet sich das Angebot noch im Aufbau. Bislang sind nur für etwa jeden fünften der erfassten Stolpersteine ausführliche Biografien hinterlegt. Die digitale Sammlung soll damit künftig noch weiter ergänzt werden.

Stolpersteine in Babelsberg werden am Montag gereinigt

Passend zum bevorstehenden Jahrestag der Reichspogromnacht findet am Montag, dem 9. November 2026, in Potsdam-Babelsberg eine Reinigungsaktion statt.

Dabei werden die Stolpersteine im Stadtteil gesäubert, um die Namen und Schicksale der NS-Opfer wieder stärker sichtbar zu machen.

Die Aktion erinnert an die Novemberpogrome von 1938, bei denen jüdische Menschen im nationalsozialistischen Deutschland verfolgt, misshandelt und ermordet sowie Synagogen und Geschäfte zerstört wurden.

Mit der neuen App und der Reinigungsaktion soll die Erinnerung an die Opfer auch für kommende Generationen lebendig bleiben.

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