Lokalnachrichten

Barocke Glaskunst kehrt nach Potsdam zurück

person Anne Tausch
schedule
update

Zwölf barocke Gläser aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind neu in die Sammlung des Potsdam Museums aufgenommen worden. Die kostbaren Stücke stammen aus einer privaten Sammlung und wurden zum Teil mithilfe des Fördervereins des Museums erworben. Passend zum Sammlungszuwachs wurde auch der Ausstellungsbereich zur Potsdamer Glaskunst neugestaltet.

Zwölf historische Gläser für das Potsdam Museum

Die Gläser stammen aus der Sammlung des Ehepaars Hannelore und Lothar Franze, das die Stücke über Jahre hinweg auf Auktionen zusammengetragen hatte. Den beiden war es nach Angaben des Museums wichtig, dass die historischen Gefäße dauerhaft in Potsdam bleiben – also dort, wo sie ursprünglich hergestellt wurden.

Sechs der Objekte kaufte der Förderverein des Potsdam-Museums e.V. mit Unterstützung seiner Mitglieder und übergab sie anschließend dem Museum. Weitere Stücke konnte das Potsdam Museum selbst erwerben.

Unter den Neuzugängen befinden sich kunstvoll bearbeitete Becher und Pokale mit Wappen, Herrscherporträts und verschiedenen Szenen.

Ein besonderes Stück aus Goldrubinglas

Ein Highlight der Sammlung ist ein sogenanntes Koppchen – eine kleine Tasse ohne Henkel – mit passender Unterschale aus Goldrubinglas. Die Herstellung wird dem Alchemisten und Glasmacher Johann Kunckel zugeschrieben.

Kunckel spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte der Potsdamer Glaskunst. Kurfürst Friedrich Wilhelm hatte ihn einst aus Sachsen angeworben. Später gelang Kunckel auf der Pfaueninsel die Herstellung von Goldrubinglas.

Zu den weiteren neu erworbenen Stücken gehören ein Becher mit dem brandenburgisch-preußischen Wappen und den Insignien Friedrichs III. sowie eine große Vierkantflasche aus der Hauskellerei von König Friedrich Wilhelm II.

Neuer Ausstellungsbereich im Potsdam Museum

Den Zuwachs hat das Museum genutzt, um auch den Bereich zur Potsdamer Glaskunst in seiner ständigen Ausstellung neu zu gestalten. Die Gestaltung orientiert sich an historischen Grafiken zur Glasmacherkunst und greift unter anderem den charakteristischen Farbton des Goldrubinglases auf.

Ein neues Beleuchtungssystem soll die historischen Gefäße besonders in Szene setzen.

Die ausgestellten Gläser werden außerdem durch bereits vorhandene Stücke aus der Museumssammlung und zwei Dauerleihgaben ergänzt.

Wer die barocke Potsdamer Glaskunst selbst sehen möchte, findet die neuen Stücke ab sofort in der ständigen Ausstellung des Potsdam Museums.

Radio Potsdam
expand_less
Radio Potsdam

WILLKOMMEN ZUHAUSE!