Potsdam bleibt zu trocken: Böden und Gewässer leiden unter Wassermangel
Auch 2026 bekommt Potsdam bislang weniger Regen ab als üblich. Zwar fällt die Bilanz besser aus als im vergangenen Dürrejahr, trotzdem fehlt weiterhin Wasser – vor allem in den tieferen Bodenschichten. Auch Havel und Nuthe führen weniger Wasser.
Von Januar bis Ende Juli sind in Potsdam rund 275 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Das entspricht etwa 89 Prozent der Niederschlagsmenge, die im langjährigen Durchschnitt für diesen Zeitraum üblich ist. Vor allem der regenreiche April hat die bisherige Jahresbilanz verbessert. Danach blieb der Niederschlag erneut deutlich zurück.
Hinzu kommen vergleichsweise hohe Temperaturen und viele Sonnenstunden. Seit Mai lagen die Temperaturen über dem langjährigen Mittel. Dadurch verdunstet zusätzlich Wasser, während gleichzeitig zu wenig neues hinzukommt.
Trockenheit sitzt tief im Boden
Besonders angespannt ist die Situation in den tieferen Bodenschichten. Der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt für große Teile Potsdams und der Umgebung eine außergewöhnliche Dürre im Gesamtboden bis in 1,80 Meter Tiefe. Einzelne Regenfälle reichen nicht aus, um die über längere Zeit entstandenen Defizite auszugleichen.
Das Problem hat sich über mehrere Jahre aufgebaut. Bereits 2025 war deutlich zu trocken: Rund 459 Liter Niederschlag pro Quadratmeter wurden damals gemessen. Im langjährigen Mittel sind es etwa 588 Liter.
Auch in Potsdams Gewässern macht sich der Wassermangel bemerkbar. Der Pegel der Havel lag am 10. August bei 88 Zentimetern und damit neun Zentimeter unter dem Mittelwert. Die Nuthe führt bereits seit Juni vergleichsweise wenig Wasser.
Stadt setzt stärker auf Bewässerung
Die anhaltende Trockenheit setzt auch den Stadtbäumen zu. Deshalb soll ab September in der Hegelallee ein automatisches Bewässerungssystem für Linden und Platanen eingesetzt werden. Im Volkspark gibt es bereits eine vergleichbare Anlage. Ein weiteres System ist für das Leipziger Dreieck vorgesehen.
Auch die historischen Parkanlagen sind betroffen. Wegen der Trockenheit besteht dort eine erhöhte Gefahr durch abbrechende Äste. Besucherinnen und Besucher sollten deshalb auf den Wegen bleiben und sich möglichst nicht länger direkt unter Bäumen aufhalten.
Zum Schutz der Gewässer bleibt außerdem die Wasserentnahme aus Potsdamer Seen, Flüssen und Gräben bis zum 1. Oktober untersagt, sofern die Regelung nicht vorher aufgehoben wird. Wasser aus Oberflächengewässern darf damit beispielsweise nicht zum Bewässern des Gartens abgepumpt werden.