Neuer Mietspiegel für Potsdam: Mieten steigen so stark wie seit Jahren nicht
Potsdam hat einen neuen qualifizierten Mietspiegel. Er gilt seit dem 25. Juni und zeigt: Die Mieten in der Landeshauptstadt sind in den vergangenen zwei Jahren so stark gestiegen wie seit 2010 nicht mehr. Die durchschnittliche Nettokaltmiete liegt jetzt bei 7,96 Euro pro Quadratmeter – das sind rund 60 Cent mehr als noch im vorherigen Mietspiegel.
Der neue Mietspiegel basiert auf den Daten von mehr als 35.000 Wohnungen, bei denen innerhalb der vergangenen sechs Jahre entweder die Miete erhöht oder ein neuer Mietvertrag abgeschlossen wurde. Insgesamt gilt der Mietspiegel für rund 75.000 Mietwohnungen in Potsdam.
Wir haben mit Gregor Jekel, Bereichsleiter Wohnen der Stadtverwaltung, gesprochen und ihn gefragt, wie der neue qualifizierte Mietspiegel überhaupt erstellt wurde.
Neubau besonders teuer
Besonders deutlich zeigt der Mietspiegel die Preisunterschiede zwischen älteren Wohnungen und Neubauten. Während Bestandswohnungen oft noch vergleichsweise günstig sind, müssen Mieterinnen und Mieter für Wohnungen, die ab 2021 gebaut wurden, deutlich tiefer in die Tasche greifen. Gleichzeitig fließt erstmals auch die Energieeffizienz einer Wohnung stärker in die Berechnung der ortsüblichen Vergleichsmiete ein.
Welche Entwicklungen auf dem Potsdamer Wohnungsmarkt sich besonders deutlich in den aktuellen Daten widerspiegeln weiß Gregor Jekel:
Orientierung für Mieter und Vermieter
Nach Angaben der Stadt dient der qualifizierte Mietspiegel vor allem als Orientierung. Er hilft Mieterinnen und Mietern dabei, Mieterhöhungen oder neue Mietverträge besser einzuordnen. Gleichzeitig bietet er Vermietern eine rechtssichere Grundlage zur Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete.
Auch Sozialbeigeordnete Brigitte Meier betont die Bedeutung des neuen Mietspiegels. Gerade auf einem angespannten Wohnungsmarkt schaffe er Transparenz und sorge für mehr Rechtssicherheit auf beiden Seiten.
Wohnungsmarkt bleibt angespannt
Die Stadt sieht den Mietspiegel allerdings nicht als Instrument, um Mieten zu begrenzen. Vielmehr bildet er die aktuelle Marktlage ab. Besonders bei Neuvermietungen liegen die Preise inzwischen deutlich über denen bestehender Mietverhältnisse. Deshalb bleibt bezahlbarer Wohnraum eines der großen wohnungspolitischen Themen in Potsdam.
Der qualifizierte Mietspiegel wird alle zwei Jahre neu erstellt beziehungsweise fortgeschrieben und kann künftig als Grundlage bei Mieterhöhungen oder auch in möglichen Streitfällen zwischen Mietern und Vermietern herangezogen werden.