Jugendgewalt in Potsdam: Justiz will Verfahren beschleunigen
Nach mehreren gewalttätigen Übergriffen durch Jugendgruppen in Potsdam sollen Strafverfahren gegen inhaftierte Tatverdächtige möglichst schnell vorangetrieben werden. Das teilte das brandenburgische Justizministerium dem Tagesspiegel mit.
Ermittlungen können trotzdem dauern
Besonders bei Gruppentaten sei es aufwendig, die Beteiligung einzelner Verdächtiger zu klären. Ende Oktober waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft 17 Beschuldigte ermittelt worden, fünf saßen zu diesem Zeitpunkt in Untersuchungshaft.
Die Gewaltvorfälle sorgen auch bei Eltern für Verunsicherung. Der Potsdamer Kreiselternrat fordert deshalb unter anderem mehr Polizeipräsenz, besonders im Süden der Stadt.
Stadt Potsdam plant weitere Maßnahmen
Am Mittwoch, dem 4. November, beschäftigt sich die Stadtverordnetenversammlung mit der Jugendgewalt. Geplant sind unter anderem eine stärkere Präsenz des Ordnungsamtes an bekannten Treffpunkten und eine engere Zusammenarbeit zwischen Behörden und sozialen Einrichtungen.
Auch ein sogenanntes „Haus des Jugendrechts“ ist im Gespräch. Dort könnten Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendgerichtshilfe künftig enger zusammenarbeiten.