Ausbildung statt Studium? Immer mehr Abiturienten entscheiden sich fürs Handwerk
Kurz vor dem Start des neuen Ausbildungsjahres sind in Brandenburg noch immer mehr als 2.000 Ausbildungsplätze unbesetzt. Das zeigen Zahlen der Handwerkskammern und Industrie- und Handelskammern. Viele Betriebe suchen auch wenige Wochen vor Ausbildungsbeginn noch nach Nachwuchs.
Gleichzeitig beobachten die Kammern einen neuen Trend: Immer mehr Abiturientinnen und Abiturienten entscheiden sich zunächst für eine Ausbildung statt für ein Studium. Nach Angaben der IHK Potsdam steigt die Zahl der Bewerbungen mit Hochschulreife. Viele junge Menschen möchten erst praktische Erfahrungen sammeln und später beispielsweise den Meister oder ein Studium anschließen.
Ein weiterer Grund: Handwerksberufe gelten als vergleichsweise krisensicher gegenüber Künstlicher Intelligenz. Um mehr Jugendliche für eine Ausbildung zu begeistern, setzt die IHK unter anderem auf Praktikumswochen und digitale Angebote wie den Ausbildungsatlas. Außerdem weisen die Kammern darauf hin, dass sich eine Bewerbung oft auch nach dem offiziellen Ausbildungsstart am 1. August noch lohnt, weil viele Betriebe weiterhin Auszubildende suchen.