Antisemitische Vorfälle an der Universität Potsdam: Schmierereien und Flyer entdeckt
An der Universität Potsdam sind in diesem Jahr mehrere antisemitische Vorfälle bekannt geworden. Am Campus Neues Palais wurden Schmierereien mit Bezug zur Hamas sowie Flyer mit antisemitischen Inhalten entdeckt. Über den Umgang mit den Vorfällen gibt es unterschiedliche Darstellungen.
Fünf antisemitische Schmierereien im Jahr 2026
Nach Angaben der Universität wurden ihr in diesem Jahr insgesamt fünf antisemitische Schmierereien gemeldet – drei am Neuen Palais und zwei am Campus Griebnitzsee. Unter den entdeckten Schriftzügen waren auch positive Bezugnahmen auf die Hamas.
Jüdische Studierende kritisieren, dass es teilweise Wochen gedauert habe, bis gemeldete Schmierereien entfernt wurden. Die Universität weist diese Darstellung zurück. Die Vorfälle seien jeweils zeitnah der Polizei gemeldet und dokumentiert worden. Die Beseitigung sei anschließend schnellstmöglich erfolgt.
Antisemitische Flyer in der Mensa entdeckt
Anfang Oktober entdeckten Studierende der jüdischen Theologie außerdem Flyer mit antisemitischen Inhalten in der Mensa am Neuen Palais. Die Studierenden entfernten die Flyer und meldeten den Fund. Daraufhin wurden Mitarbeitende des Studierendenwerks nach Angaben der Universität dafür sensibilisiert, auf weitere entsprechende Flyer zu achten.
Auf den Flyern war die Internetadresse der Initiative „Prüf“ angegeben. Die Initiative distanziert sich jedoch ausdrücklich von den Inhalten und erklärt, die Flyer weder erstellt noch verbreitet zu haben. Sie seien einer Einzelperson zuzuordnen, die nicht im Auftrag der Initiative handle. Rechtliche Schritte würden geprüft.
Die Universität betont, antisemitische Vorfälle ernst zu nehmen. Gerade am Neuen Palais, wo unter anderem das Institut für Jüdische Theologie und das Abraham-Geiger-Kolleg angesiedelt sind, seien solche Ereignisse kein Alltag.