Fall „Victoria“: Was der neue DNA-Massentest in Potsdam bringen soll
Fast 15 Jahre nach dem Fund eines getöteten Neugeborenen in Potsdam gibt die Mordkommission die Suche nach der Mutter nicht auf. Rund 1.500 Frauen sollen nun freiwillig eine DNA-Probe abgeben. Doch wie funktioniert eine solche Reihenuntersuchung eigentlich?
Rund 1.500 Frauen sollen DNA-Probe abgeben
Am 23. Dezember 2011 wurde das tote Mädchen in einem Garagenhof in Potsdam gefunden. Die Polizei gab dem Kind den Namen „Victoria“. Bis heute ist die Mutter unbekannt.
Mit einer neuen DNA-Reihenuntersuchung wollen die Ermittler den Kreis möglicher Personen weiter eingrenzen. Angeschrieben werden rund 1.500 Frauen, die sich zum damaligen Zeitpunkt in einem bestimmten Umfeld des Fundortes aufgehalten haben sollen. Bereits in den vergangenen Jahren konnten etwa 2.000 Frauen durch DNA-Untersuchungen als Mutter ausgeschlossen werden.
Wie funktioniert der DNA-Test?
Für die Untersuchung wird in der Regel mit einem Abstrich aus dem Mund eine DNA-Probe genommen. Diese wird anschließend mit vorhandenem genetischen Material verglichen.
Im Fall „Victoria“ arbeitet die Polizei vor allem nach dem Ausschlussprinzip: Stimmt eine Probe nicht überein, kann die jeweilige Frau als Mutter ausgeschlossen werden. Dadurch können sich die Ermittler stärker auf die verbleibenden Spuren konzentrieren.
Die Teilnahme ist freiwillig
Für eine DNA-Reihenuntersuchung ist eine gerichtliche Anordnung notwendig. Trotzdem darf niemand zur Abgabe einer Probe gezwungen werden – die Teilnahme ist freiwillig.
Die gewonnenen DNA-Proben und Daten dürfen zudem nur für die jeweiligen Ermittlungen verwendet werden. Werden sie nicht mehr benötigt, müssen sie vernichtet werden.
Ähnliche DNA-Reihentests gab es im Fall „Victoria“ bereits 2014 und 2022. Mit der neuen, größeren Untersuchung hofft die Mordkommission, nach fast 15 Jahren einen entscheidenden Schritt bei der Suche nach der Mutter weiterzukommen.