Lokalnachrichten Potsdam

Neue Pläne für die Medienstadt Babelsberg: Bis zu 160 Wohnungen und 1.600 Arbeitsplätze

person Charly Dethloff
schedule

Für ein Areal an der August-Bebel- und Großbeerenstraße gibt es neue Zukunftspläne. Statt des früher vorgesehenen markanten Büroturms soll ein gemischtes Quartier mit Gewerbe, Dienstleistungen und Wohnungen entstehen. Bis gebaut werden kann, sind allerdings noch mehrere Planungsschritte notwendig.

Die Entwicklung der Medienstadt Babelsberg nimmt eine neue Richtung. Für das Gelände an der Kreuzung August-Bebel-Straße und Großbeerenstraße wurden im Potsdamer Bauausschuss neue Planungen vorgestellt. In einer der Varianten sind bis zu 160 Wohnungen und rund 1.600 Arbeitsplätze vorgesehen. Insgesamt könnten bis zu 80.000 Quadratmeter Geschossfläche entstehen.

Wohnen und Arbeiten sollen zusammenkommen

Anders als bei früheren Überlegungen soll das Areal nicht ausschließlich von Gewerbe geprägt sein. Vorgesehen ist ein gemischtes Quartier, in dem neben Unternehmen aus der Medien-, Technologie- und Forschungsbranche auch Wohnungen Platz finden. Diese sollen vor allem in den oberen Etagen der Gebäude entstehen. Geplant sind außerdem begrünte Innenhöfe. Eine kleinere Variante sieht rund 140 Wohnungen und etwa 1.400 Arbeitsplätze vor.

Hinter den Plänen steht die KW Development. Das Unternehmen begründet den vorgesehenen Wohnanteil unter anderem damit, dass Wohnraum in der Nähe des Arbeitsplatzes für Firmen bei der Standortwahl eine wichtige Rolle spiele. Zudem sollen Wohnungen dafür sorgen, dass das neue Quartier auch nach Feierabend belebt bleibt und beispielsweise Gastronomie und Dienstleistungen bessere Voraussetzungen vorfinden.

Libeskind-Turm ist Geschichte

Damit unterscheidet sich das Konzept deutlich von den früheren Plänen für das Gelände. Dort war einmal ein 66 Meter hoher Büroturm nach einem Entwurf des Architekten Daniel Libeskind vorgesehen. Dieses Vorhaben wird nicht mehr verfolgt. Statt eines Hochhauses geht es nun um eine deutlich klassischere Blockbebauung.

Die früheren Hochhauspläne hatten seit ihrer Vorstellung 2021 für Diskussionen gesorgt. Neben der Gebäudehöhe spielte dabei insbesondere die zusätzliche Verkehrsbelastung eine Rolle. Für die damalige Planung waren zeitweise bis zu 5.000 Arbeitsplätze angenommen worden.

Kritik an den neuen Entwürfen

Auch die neue Planung stößt nicht überall auf Zustimmung. Im Bauausschuss gab es Kritik an der städtebaulichen Gestaltung und an der vorgesehenen Dichte. Zudem wurde erneut darüber diskutiert, wie das bisherige Planungsverfahren für das Gebiet abgelaufen ist. Unter anderem geht es um frühere Stellungnahmen von Umwelt- und Wasserbehörden sowie bereits erteilte Baugenehmigungen. Die Verwaltung weist darauf hin, dass der Umgang mit solchen Stellungnahmen inzwischen anders gehandhabt werde.

Bis tatsächlich gebaut werden kann, dürfte deshalb noch einige Zeit vergehen. Nach Angaben aus der Stadtplanung könnte der notwendige Bebauungsplan – abhängig von weiteren Entscheidungen und Untersuchungen – 2028 vorliegen. Die jetzt gezeigten Entwürfe sind noch nicht endgültig; im weiteren Verfahren sind Veränderungen möglich.

Radio Potsdam
expand_less
Radio Potsdam

WILLKOMMEN ZUHAUSE!