VBB will Bahnverkehr zuverlässiger machen: Neue Kontrollen und finanzielle Konsequenzen
Falsche Anzeigen am Bahnsteig, verpasste Anschlüsse oder eine kaputte Toilette im Zug: Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg will Qualitätsmängel im Regionalverkehr stärker kontrollieren. Bahnunternehmen sollen dabei auch finanziell stärker in die Verantwortung genommen werden.
Eigene Prüfer kontrollieren den Regionalverkehr
Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg setzt eigene Qualitätsprüfer ein. Sie kontrollieren unter anderem den Zustand und die Sauberkeit der Züge sowie die Fahrgastinformationen an den Bahnhöfen.
Ein Problem sind falsche Angaben auf den Anzeigetafeln. Nach Angaben des VBB stimmen bei rund drei Prozent der kontrollierten Fahrten Angaben wie Linie, Ziel oder Abfahrtszeit nicht.
Solche Fehler können für Fahrgäste schnell größere Folgen haben – etwa wenn sie am falschen Bahnsteig warten oder in einen anderen Zug einsteigen.
Anschlüsse sollen zuverlässiger funktionieren
Ein weiterer Schwerpunkt sind Umsteigeverbindungen. Besonders ärgerlich ist es für Reisende, wenn ein verspäteter Zug am Bahnhof ankommt und der Anschluss wenige Minuten zuvor abgefahren ist.
Der VBB will deshalb die Abstimmung zwischen den beteiligten Verkehrsunternehmen verbessern. Entscheidungen darüber, ob ein Anschlusszug wartet, sollen stärker automatisiert werden. Auch Informationen über Anschlüsse sollen schneller digital verfügbar sein.
Als problematische Umsteigepunkte gelten unter anderem Hennigsdorf und Angermünde. Dort wurden Verbindungen untersucht, bei denen Fahrgäste wegen verspäteter Zubringer ihre Anschlusszüge verpassten.
Geld als Druckmittel
Um die Qualität zu verbessern, kann der Verkehrsverbund auch finanzielle Konsequenzen gegenüber den Verkehrsunternehmen einsetzen. Schlechte Fahrgastinformationen oder nicht eingehaltene Qualitätsvorgaben können zu Abzügen führen. Umgekehrt können eingehaltene Anschlüsse entsprechend berücksichtigt werden.
Auch die Ausstattung der Züge spielt dabei eine Rolle. Ist beispielsweise eine Zugtoilette nicht nutzbar, kann dafür ein Abzug von 50 Euro pro betroffener Fahrt fällig werden.
Infrastruktur bleibt ein Problem
Allerdings liegen nicht alle Schwierigkeiten bei den Verkehrsunternehmen selbst. Der VBB sieht auch die stark beanspruchte und teilweise sanierungsbedürftige Schieneninfrastruktur als eine wesentliche Ursache für Verspätungen und Probleme im Regionalverkehr.
Mit strengeren Kontrollen und klareren Qualitätsvorgaben soll zumindest dort nachgebessert werden, wo Verkehrsunternehmen und Verbund selbst Einfluss nehmen können.