Erneuerbare Energien in Brandenburg: Branche warnt vor Umsatzeinbußen
Die Wind- und Solarbranche in Brandenburg blickt mit Sorge auf die geplante Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Drei Viertel der Mitgliedsunternehmen des Landesverbands Erneuerbare Energien Berlin-Brandenburg rechnen nach Angaben des Verbands mit erheblichen Umsatzeinbußen. Auch einige Kommunen fürchten finanzielle Folgen.
Hintergrund ist die geplante EEG-Novelle der Bundesregierung. Sie sieht einen grundlegenden Umbau der Förderung erneuerbarer Energien vor. Unter anderem sollen die Regeln für die Einspeisevergütung kleiner Photovoltaikanlagen verändert und die Direktvermarktung ausgeweitet werden.
Der Landesverband Erneuerbare Energien Berlin-Brandenburg warnt vor negativen Folgen für Unternehmen und Arbeitsplätze. Nach Angaben des Verbands erwarten drei von vier seiner Mitgliedsunternehmen erhebliche Umsatzeinbußen durch die geplanten Änderungen.
Auch Kommunen in Brandenburg fürchten Einnahmeverluste
Auswirkungen könnten nach Einschätzung von Kritikern der Reform auch Kommunen treffen, die finanziell von Wind- und Solarprojekten profitieren.
Als Beispiel wird die Gemeinde Mühlenfließ in Potsdam-Mittelmark genannt. Sie erhielt 2024 rund 412.000 Euro aus dem sogenannten Windkrafteuro. Durch weitere geplante Wind- und Solaranlagen hatte die Gemeinde mit steigenden Einnahmen gerechnet. Sollten Investitionen infolge veränderter Rahmenbedingungen ausbleiben, könnten sich auch diese Erwartungen verändern.
Die Bundesregierung begründet die EEG-Reform dagegen mit dem Ziel, den Ausbau erneuerbarer Energien stärker an Bezahlbarkeit, Kosteneffizienz und Versorgungssicherheit auszurichten. Das Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch bis 2030 auf 80 Prozent zu erhöhen, soll bestehen bleiben.
Der Bundestag soll sich am Donnerstag, den 24. September, erstmals mit dem Gesetzentwurf befassen.