Fliegerbombe in Potsdam entdeckt – etwa 6.500 Menschen werden am Dienstag evakuiert
In Potsdam ist auf einer Baustelle an der Leipziger Straße eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Der 250 Kilogramm schwere Blindgänger US-amerikanischer Bauart soll am Dienstag, 16. Juni, durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg entschärft werden.
Für die Entschärfung wird rund um den Fundort ein Sperrkreis mit einem Radius von etwa 700 Metern eingerichtet. Rund 6.500 Menschen, die innerhalb dieses Bereichs wohnen, müssen den Sperrkreis bis spätestens 8:30 Uhr verlassen haben. Auch der Potsdamer Hauptbahnhof, mehrere öffentliche Einrichtungen, Ministerien sowie Teile der Innenstadt sind von der Sperrung betroffen.
Oberbürgermeisterin Noosha Aubel bittet die betroffenen Potsdamerinnen und Potsdamer darum, den Sperrkreis rechtzeitig zu verlassen und den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen. Sie verweist außerdem darauf, Nachbarinnen, Nachbarn, Angehörige oder Freunde zu unterstützen, wenn diese Hilfe benötigen.
Diese Bereiche sind vom Sperrkreis betroffen
Der Sperrbereich wird unter anderem durch die Schlossstraße, die Anna-Zielenziger Straße, den Alten Markt, den Versailler Platz, die Alte Fahrt, die Nuthe, die Babelsberger Straße, die Friedhofsgasse sowie die Wirtschaftswege rund um den Brauhausberg bis zum Templiner Eck begrenzt.
Im Sperrgebiet liegen unter anderem die Speicherstadt, die Staatskanzlei Brandenburg, der Landtag Brandenburg, mehrere Ministerien, der Potsdamer Hauptbahnhof, die Investitions- und Landesbank Brandenburg, das Sport- und Freizeitbad blu, die Museen MINSK und Barberini sowie mehrere Hotels. Auch Pflegeeinrichtungen, betreutes Wohnen, die Comenius-Schule, die Kita Havelblick, die Freundschaftsinsel und der Lustgarten sind betroffen.
Anlaufstelle für Betroffene
Für Menschen, die während der Evakuierung eine Aufenthaltsmöglichkeit benötigen, steht ab 8 Uhr die Sporthalle am Humboldtring 17 zur Verfügung. Dort können mitgebrachte Speisen oder Babynahrung in Mikrowellen erwärmt werden. Verpflegung und Getränke werden vor Ort allerdings nicht bereitgestellt.
Fragen zur Bombenentschärfung und zum Sperrkreis beantwortet die Landeshauptstadt Potsdam über die Behördennummer 115.
Personen, die einen Rollstuhl- oder Liegendtransport aus dem Evakuierungsbereich benötigen, sollen sich frühzeitig bei der Potsdamer Feuerwehr unter der Telefonnummer 0331 370 1216 melden.
Verkehrseinschränkungen am Dienstag
Die Bombenentschärfung hat erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr in Potsdam. Autofahrerinnen und Autofahrer aus Richtung Süden müssen über Saarmund und Bergholz-Rehbrücke nach Potsdam ausweichen. Die Heinrich-Mann-Allee wird ab dem Horstweg gesperrt. Die Umleitung führt über den Horstweg und die Nuthestraße.
Aus westlicher Richtung erfolgt die Umleitung über die Breite Straße, Dortustraße, Yorckstraße und die Straße Am Kanal zur Humboldtbrücke. Die Stadt empfiehlt, den Bereich weiträumig zu umfahren.
Auch der öffentliche Nahverkehr ist stark betroffen. Die Straßenbahnlinien 91, 92, 93 und 96 sind ab Platz der Einheit in Richtung Süden eingeschränkt. Sämtliche Buslinien ab und zum Hauptbahnhof sind ebenfalls betroffen. Busse starten und enden spätestens ab 8:30 Uhr am Platz der Einheit, am Rathaus Babelsberg oder in Zentrum Ost.
Hauptbahnhof Potsdam ab 8:30 Uhr gesperrt
Auch im Regionalverkehr und bei der S-Bahn kommt es zu Einschränkungen. Der Potsdamer Hauptbahnhof wird ab 8:30 Uhr komplett gesperrt. Die S-Bahnen in Richtung Berlin starten und enden ab diesem Zeitpunkt am Bahnhof Babelsberg. Regionalzüge fahren bis zum Beginn der Entschärfung ohne Halt durch den Hauptbahnhof.
Die letzte S-Bahn aus Berlin, die am Potsdamer Hauptbahnhof endet, kommt nach Angaben der Stadt um 8:12 Uhr an. Der letzte RE 1 erreicht den Hauptbahnhof um 8:05 Uhr.
Die Sperrungen gelten bis zur offiziellen Entwarnung.
Mehr als 300 Einsatzkräfte vor Ort
Unter Einsatzleitung des Ordnungsamtes werden am Dienstag mehr als 300 Helferinnen und Helfer im Einsatz sein. Beteiligt sind unter anderem die Landeshauptstadt Potsdam, die Berufsfeuerwehr, freiwillige Feuerwehren, Bundespolizei und Polizei.
Nach Angaben der Stadt handelt es sich bei dem Fund um den 220. Weltkriegssprengkörper, der seit 1990 in der Landeshauptstadt Potsdam gefunden wurde.
Karte des Sperrkreises
Kartenmaterial: OpenStreetMaps