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Zähne Putzen: Manuelle vs elektrische Bürsten

30.08.2018 | 17:22

Seit einigen Jahren stellt sich vor dem Badezimmerspiegel die Grundsatzfrage: Per Hand oder elektrisch? Wie viele andere Fragen der Körperpflege ist auch die Beschäftigung mit der Mundhygiene umstritten. Eine wachsende Zahl von Menschen wendet sich beim Zähneputzen mittlerweile elektrischen Zahnbürsten zu. Dennoch gibt es nach wie vor viele überzeugte Verfechter der Handbürste. Die Wichtigsten Fragen bei der Entscheidung für eine Zahnbürste sind dabei in der Regel Reinigungsleistung, Zahnfleischgesundheit und Preis. Aber wo neue Anbieter auf den Markt drängen, gibt es auch widersprüchliche Informationen, die es zu überprüfen und sortieren gilt.

Welche Arten elektrischer Zahnbürsten gibt es?

Bei elektrischen Zahnbürsten unterscheidet man zwischen Modellen mit rotierendem Rundkopf, Schall- und Ultraschallzahnbürsten. Die Bürsten mit Rundkopf rotieren (in der Fachsprache meist als Oszillieren bezeichnet) mit etwa 70 Bewegungen pro Minute in einem bestimmten Winkel hin und her. Sie ahmen also in gewisser Weise mit erhöhter Geschwindigkeit die Kreisbewegung nach, die viele Zahnärzte für das manuelle Zähneputzen empfehlen. Schallzahnbürsten haben einen länglichen Kopf und verfügen über einen integrierten Chip zur Schallerzeugung. Damit wird der Bürstenkopf um einiges schneller in Bewegung gesetzt – etwa 250 Mal pro Sekunde. Ultraschallzahnbürsten bringen es gar auf 16.000 Schwingungen pro Sekunde.

Plaque-Entfernung elektrisch vs. manuell

Als gesichert kann mittlerweile gelten, dass elektrische Zahnbürsten bei gleicher Putz-Zeit gründlicher reinigen (siehe auch https://www.cochrane.org/CD002281/ORAL_poweredelectric-toothbrushes-compared-to-manual-toothbrushes-for-maintaining-oral-health). Dies liegt ganz einfach an den schnelleren Bewegungen der Bürstenköpfe, die nach kürzerer Zeit zu einem guten Reinigungsergebnis kommen. Hersteller von Schall- und Ultraschallzahnbürsten werben zum Teil auch mit zusätzlicher Plaque-Entfernung durch den erzeugten Schall bzw. Ultraschall – auch in Bereichen, welche die Borsten selbst nicht erreichen. Diese Wirkung ist jedoch wissenschaftlich bislang nicht bestätigt worden. Die Wahl der Bürste ist aber auch eine Frage des Typs und der eigenen Putztechnik (https://www.zahnarzt-drseidel.de/elektrische-zahnbuerste.html#besser). So kann es besonders bei Kindern und älteren Menschen sinnvoll sein, die eigenen Putzbewegungen elektrisch zu unterstützen. Sehr penible Zähneputzer können sich mit einer elektrischen Rundkopfbürste jedem Zahn einzeln widmen, weniger penible sind mit einer Schallzahnbürste besser bedient.

Grundsätzlich gilt: wer regelmäßig und gut mit einer manuellen Bürste und fluoridhaltiger Zahnpasta die Zähne putzt, der muss nicht auf eine elektrische Bürste umsteigen. Er muss sich lediglich darauf einstellen, für das gleiche Ergebnis länger zu putzen – je länger desto gründlicher, jedoch ist auch hier nach etwa 5 Minuten keine Verbesserung des Ergebnisses mehr zu erwarten.

Schadet eine elektrische Zahnbürste dem Zahnfleisch?

Die Gesundheit des Zahnfleisches wird von Zahnärzten immer wieder als äußerst wichtig eingestuft – nicht nur für die Gesundheit der Zähne, sondern auch wegen mit Zahnfleischerkrankungen in Verbindung stehenden Beschwerden wie chronischer Mundgeruch. Frühere Annahmen, dass elektrische Zahnbürsten für das Zahnfleisch schädlich seien, können mittlerweile revidiert werden. Je nach Putztechnik können elektrische Bürsten sogar deutlich schonender sein. Zudem verfügen viele Modelle über Sensoren und Warnleuchten, die auf zu großen Druck aufmerksam machen können.

Die Pflege von elektrischen Zahnbürsten

Da bei elektrischen Zahnbürsten häufig nur die Köpfe gewechselt werden, sollten aus hygienischen Gründen die Griffe regelmäßig gereinigt werden. Hierzu empfiehlt es sich, Griff und Ladestation mit einem in Essigessenz getränkten Wattepad einzureiben, einige Minuten einwirken zu lassen und dann mit Nagelbürste und Wasser abzuspülen.

Welche Bürste ist nun die richtige?

Die Wahl der geeigneten Zahnbürste hängt, wie man sieht, von einer Vielzahl von Gründen ab, so dass sich diese Frage nur individuell beantworten lässt. Beruhigend ist, dass bei gutem Putzen mit jeder Art von Bürste ein gutes Reinigungsergebnis zu erreichen ist. Wichtig ist aber auch zu betonen, dass optimaler Schutz vor Karies und Zahnfleischerkrankungen nicht allein durch Zähneputzen gewährleistet werden kann. Die Benutzung von Zahnseide und antibakteriellen Mundspülungen sowie nicht zuletzt eine die Zähne schonende Ernährung (beispielsweise mit wenig Zucker, dem Kariesverursacher Nummer eins) sind dabei ebenfalls zu empfehlen.